Übliche Praktiken

Die hier aufgelisteten üblichen Praktiken können Ihnen einen Einblick in die Funktionsweise der umgesetzten Permakultur verschaffen.

Agroforstwirtschaft

In der Agroforstwirtschaft wird der Anbau von Holzpflanzen (Bäume, Sträucher, etc.) mit dem Anbau von anderen Nutzpflanzen und eventuell auch der Haltung von Tieren vereint, sodass ein natürliches Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten entsteht. Der Waldgarten ist eine Form der Agroforstwirtschaft.

Hügelkultur

Bei der Hügelkultur wird, wie der Name schon sagt, ein Hügel gebaut, um auf ihm Pflanzen anzubauen. Dabei werden große Mengen an Holz mit Erde bedeckt, um einen Hügel auf-zuschütten. Die Wasseraufnahme des Hügels wird so maximiert, da Holz sich wie ein Schwamm verhält, wenn es unter der Erde zersetzt wird. So kann der Hügel auch über trockene Zeiten hinweg Wasser speichern.

Natürliches Bauen

Das natürliche Bauen hat einen klaren Fokus auf Nachhaltigkeit. Es geht darum, langlebige Objekte aus möglichst unverarbeitetem, erneuerbarem, recyceltem Material zu bauen, was, im Falle von Häuserbau, eine gesunde Umgebung und gute Luftqualität schafft. Das Ziel ist es auch, einen so klein wie möglich gehaltenen ökololischen Fußabdruck zu hinterlassen

Regenwasser, Grauwasser und Schwarzwasser

In der Permakultur ist es essenziell, Regenwasser aufzufangen, zu speichern und zu nutzen, bevor es das Grundwasser erreicht. Regenwasser kann für jegliche Zwecke von Bewässerung bis zu Trinkwasser für Menschen und Tiere als auch Waschwasser genutzt werden.

Grauwasser ist Wasser, das durch die Benutzung beim Geschirrabwaschen, darin baden und Wäschewaschen zwar noch steril ist, jedoch untrinkbar gemacht wurde. Man kann es weiterhin zur Bewässerung der Pflanzen und für künstliche Feuchtbiotope nutzen.

Schwarzwasser, also Wasser, das mit menschlichem Abfall in Kontakt kam, ist oft septisch oder anderweitig toxisch und kann nur schwer weiterverwendet werden. Es kann aber zur Biogasgewinnung genutzt werden.

Mulch

Mulch ist Stroh oder Gras, das auf die Erde gelegt wird, um sie vor Wind zu schützen, Regen zu absorbieren, Nährstoffe abzusondern, einen Lebensraum und Nahrung für Bodenorganismen zu bieten, Verdunstung zu minimieren, Temperatur zu regulieren, Unkrautaufkommen, Samenkeimung und Erosion zu reduzieren.

Rotierender Weidegang

Bei dieser Methode des Weidegangs werden Wiederkäuer- und Nicht-Wiederkäuerherden von Weide zu Weide geführt, sodass keine Weide überweidet wird und abwechselnd brach liegen kann.

Keyline Design

Dies Technik, Wasserressourcen effizienter zu nutzen, wurde vom Australier P. A. Yeomans erfunden. Es ist am natürlichen Wasserfluss und an den topographischen Eigenschaften des Areals und dessen natürlichen Wasserabflusswegen orientiert.

Fruchtbaum Management

Durch die Nutzung von Hügelkulturen schaffte es Sepp Holzer, Fruchtbäum in Höhen über und bei Temperaturen unter deren normalen Toleranzbereichen zu kultivieren. Die Hügelkulturen speicherten genug Wärme über den Sommer, um die Bäume selbst im Winter bei alpinem Klima gedeihen zu lassen. Da Holzer die Äste nicht beschnitt, bildeten sie herunterhängende Bögen, welche einen natürlichen Schutz vor Schnee und Wind boten, die die Äste sonst zerbrochen hätten.