Leitprinzipien 8 bis 12

Hier folgen die Leitprinzipien acht bis 12.

Integration statt Separation

Das Ziel der Permakultur ist nicht nur, die Separierung zwischen Anbau und Natur aufzuheben und das eine in dem anderen zu integrieren, sondern auch die Integrierung des Permakulturbauernhofs in das lokale soziale und ökonomische Netz. So wichtig wie die Beziehungen zwischen den einzelnen Teilen der natürlichen Ökosysteme sind, sind Kontakte und Verbindungen zwischen Individuen und Kommunen in der Region. Nicht nur in der Permakultur ist, bei der Knappheit der Ressourcen, die Kommunikation und Zusammenarbeit elementar. Auch wenn die Permakultur einen autarken Lebensstil fördert, ist es wichtig zu erkennen, dass Integration und Ideenaustausch unumgänglich sind, um eine starke, nachhaltige Alternative zu kreieren.

Kleine und langsame Lösungen nutzen

Um Energie und Aufwand am effizientesten und praktischsten zu nutzen, sollten Permakultursysteme klein und langsam sein. Damit ist gemeint, dass sie durch ihre überschaubare Größe einfacher zu pflegen sind. Auch wird körperliche Arbeit der Anschaffung teurer Technologie vorgezogen, womit Permakultursysteme weniger kapital- oder energieintensiv sind. Sie nutzen weiterhin lokale Güter und Ressourcen, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen.

Vielfalt nutzen und wertschätzen

Um ein stabiles Ökosystem zu ermöglichen, sind durch die unterschiedlichen Dynamiken der Natur Anpassung und Flexibilität elementar. Diese werden vor allem durch Artenvielfalt gewährleistet. Hierbei gilt jedoch nicht, je vielfältiger desto stabiler. Es ist das Zusammenspiel von verschiedenen Arten, das es einem Ökosystem ermöglicht, auf Veränderungen zu reagieren und sich gegen Schädlinge und meteorische Ereignisse zu schützen. Monokulturen sind daher sehr instabil. Sie können beispielsweise durch einen Schädling oder eine Krankheit innerhalb kürzester Zeit stark geschädigt werden. Ökosystem mit einer größeren Vielfalt sind belastbarer und weniger angreifbar. Auch in der Permakultur wird diese Belastbarkeit und Anpassbarkeit gebraucht und genutzt, um Autarkie und Nachhaltigkeit zu wahren.

Randzonen nutzen und wertschätzen

Dort, wo zwei oder mehr Ökosysteme aufeinandertreffen, entsteht eine besondere Vielfalt, die einzigartige Erzeugnisse zu Tage bringen kann. Von diesem Potential kann viel gelernt werden und es muss erkannt, akzeptiert und geschützt werden.

Auf Veränderung kreativ antworten

So wie ein vielfältiges Ökosystem durch Flexibilität und Anpassung stabil bleibt, wird auch in der Permakultur auf Veränderung in kreativer Weise geantwortet. Die Veränderung ist ein wichtiger Bestandteil des stabilen, wachsenden und sich entwickelnden Ökosystems und so der Permakultur. Aus ihr können neue Ideen entspringen, die die vom Menschen kreierten, stabilen Systeme weiterentwickeln. So komplementieren sich Stabilität und Wandel,​ Natur und menschliche Konzepte und Kreativität.